Talkrunde Markus Lanz und Manfred Spitzer – machen Medien süchtig?

Written by mupaki.de on. Posted in medienblog

Bei diesem Thema könnten die Meinungen kaum verschiedener sein. Ab wann darf und sollte ein Kind Zugriff auf Medien haben – und auf welche und wie lange? Das pauschal zu beantworten, wäre zu einfach und vor allem auch nicht möglich. Weder das eine noch das andere Extrem, sondern viel eher der goldene Mittelweg wäre ideal. Aber wo liegt der, bzw. nach welchen Kriterien kann man diesen Mittelweg finden? Manfred Spitzer in der Talkshow bei Markus Lanz zum Thema Mediensucht

Manfred Spitzer in der Talkshow bei Markus Lanz

Gestern Abend widmete sich der bekannt Talkmaster Markus Lanz diesem Thema mit seinen Gästen. Hauptakteur bei diesem Thema war der Psychiater und Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Ulm Professor Manfred Spitzer. Bezugnehmend auf sein letztes Buch zum Thema Medien und deren (negative) Wirkung “Digitale Demenz” referierte Herr Spitzer in der Talkshow bei Lanz ausführlich über Computersucht und spielsüchtige Jugendliche. Grob und einfach zusammengefasst ist Spitzers Haltung, dass Kindern bis 10 Jahren der Umgang mit digitalen Medien (TV, Computer, Handy) fast komplett untersagt werden sollte. Er räumte zwar kleinere Ausnahmen ein, die eine minimale Computer-Nutzung unter strenger Aufsicht in bestimmten Fällen möglich machte, aber grundsätzlich sind laut Spitzer digitale Medien schädlich für Kinder und Jugendliche.

“Computerspiele sind programmiert, um süchtig zu machen.”

Manfred Spitzer bewies bei der Talkrunde von Markus Lanz eindrucksvoll, dass man auch als hochdotierter Wissenschaftler und angeblicher Medienexperte schlichtweg ganz viel Unsinn reden kann. Mit Aussagen, wie “Computerspiele sind programmiert, um süchtig zu machen.” zeigt Professor Spitzer, dass er ganz offensichtlich nicht viel Ahnung von dieser Materie hat. Von welchen Spielen ist denn dort die Rede? Egoshootern? Strategiespielen? Vielleicht sogar Simulationen und Lernspiele? Alle zusammen? Konsole, Browsergames oder Apps für Handys? All diese Fragen lässt Herr Spitzer offen und verurteilt per se sämtliche e-Games als Suchtquelle. Natürlich bauen Spiele einen gewissen Spannungsbogen auf und animieren zum “Weitermachen”. Bei einigen extremen Fällen führt das auch zur Sucht. Aber ist das das erklärte Ziel der Spielentwickler -Sucht hervorzurufen und diese zu fördern? Ähnlich wie bei Zigaretten? Wohl kaum!

“Der richtige Umgang mit digitalen Medien ist falsch.”

Auch auf die gezielte Nachfrage von Markus Lanz hin, ob nun sogar auch der richtige Umgang mit Medien für Kinder und Jugendliche grundsätzlich falsch wäre, bejahte Professor Spitzer dies. Für ihn sind digitale Medien bis zu einem gewissen Alter schlichtweg schädlich. Punkt aus! Verbot statt Aufklärung? Klingt ein bisschen nach Mittelalter. Ginge es nach Manfred Spitzer, würden wir das im Bezug auf Kinder und Jugendliche auch wieder erleben. In der heutigen, globalisierten und hoch-technischen Zeit den Kids den Umgang mit den neuen Medien zu verbieten ist schon beinahe fahrlässig. Selbst wenn einem das zu Hause gelinge, was passiert dann in der Schule oder der Freizeit? Was will man denn seinem Kind sagen? “Wenn andere Kinder ihr Handy rausholen, schau weg!” oder “Zu den Nachbarn gehst du mir nicht; die haben einen Fernseher!” Unglaublich (aber leider wahr) das solch eine Haltung von einem Psychiater, Psycholgen, Hochschullehrer und Medienwissenschaftler stammen.

Sechs, setzen! Willkommen in der realen Welt Herr Spitzer!

Normalerweise bemühen wir uns hier immer um Objektivität und neutrale Distanz. Aber wenn ein Medien-”Experte” und sechsfacher Vater in aller Öffentlichkeit und vor Millionen Zuschauern einen solchen Unsinn von sich gibt, darf ein wenig subjektive Kundgebung erlaubt sein. Ob es nun an seinen knapp 55 Lebensjahren liegt oder an dem Fakt, dass es Professor Manfred Spitzer offensichtlich an ECHTER Erfahrung im Umgang mit neuen Medien mangelt, bleibt offen. Mit pauschalen Statements, wie “Computer schaden Kindern mehr, als dass sie nützen.” beweist Herr Spitzer nur, dass seine Generation leider die viele Vorteile und Möglichkeiten der digitalen Medien nicht versteht und auch nicht mehr verstehen wird. Wir können Eltern nur eindringlich davor warnen, die Aussagen von Professor Spitzer für bare Münze zu nehmen. Die Realität sieht einfach anders aus und ist längst nicht so düster, wie sie manche “Experten” beschreiben.

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Comments (11)

  • Moseer

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    Spitzer -einfach gut!
    wenn dies auch viele nicht verstehen wollen(können)
    Erste Ergebnisse kann man heute schon genügend beobachten.
    werde mir jedenfalls den Kochprofi und Dummschwäzer Lanz nicht mehr ansehen.

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    • mupaki.de

      |

      Pauschalisierungen sind nie gut, nur zu einfach und oft auch falsch. Zu behaupten, Spiele machen per se süchtig und Computer sind grundsätzlich schädlich ist schlicht falsch. Das hat nichts mit der Realität zu tun. Spitzer bezieht sich immer 500.000 mediensüchtige Jugendliche. Das sind gerade mal 4% aller Minderjährigen in Deutschland. Wären alle Spiele so suchtfördernd, wie Spitzer das demagogisch behauptet, wäre die Zahl weit höher!

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  • Schade...

    |

    Macht doch mal die Augen auf! Ich bin 20 Jahre alt und was sehe ich da einfach überall? Süchtige Medienzombies…muss das denn wirklich sein, in diesem Ausmaß?

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    • mupaki.de

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      Der Medienkonsum hat stark zugenommen, dass ist unumstritten. Aber “süchtige Medienzombies” ist nun etwas drastisch und auch wenig objektiv dargestellt. Was genau meinst du damit? Nicht jeder, der häufiger auf sein Smartphone schaut, ist automatisch süchtig danach. Die Technik ist da, erschwinglich und wird auch genutzt. Aber kann man da gleich von richtiger Sucht oder Abhängigkeit sprechen?

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  • matthias

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    Es sind auch nicht alle Leute alkoholsüchtig, die Bier oder Wein trinken. Trotzdem ist klar, welche Gefahr in der Droge steckt.
    Es ist (fast) allen bewusst, dass man auf die Dosis achten muss. Und vor allem, dass man Personen mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit (und das sind nun mal Kinder und Jugendliche) nicht in ihr Verderben laufen lassen darf.

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    • mupaki.de

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      Das stimmt auch. Ungefährlich ist es nicht und sollte auch dosiert werden – genau wie Fernsehen. Aber kann man hier wirklich von einer Droge sprechen? Sind Computer wirklich psychotrope Substanzen, die grundsätzlich eine bewusstseins- und wahrnehmungsverändernde Wirkung haben? Denn dann spricht man von Drogen…

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  • muh-gurki

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    Mupaki hat offensichtlich nichts verstanden, er schreibt:

    “Mit pauschalen Statements, wie “Computer schaden Kindern mehr, als dass sie nützen.” beweist Herr Spitzer nur, dass seine Generation leider die viele Vorteile und Möglichkeiten der digitalen Medien nicht versteht und auch nicht mehr verstehen wird….”

    Setzen 6! Hören Sie gefälligst hin was Spitzer sagt, oder schreiben Sie absichtlich so, als würden Sie nicht das Gesagte verstehen?

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  • Barbaros72

    |

    Hallo, wieso wird hier so auf die Wissenschaft derbe eingeschlagen? Haben wir vergessen wie das war, als wir in der Schule erst eine Behauptung aufgestellt und diese dann bewiesen haben!? Wieso sollte ein Herr Spitzer vor Millionen “lügen” und nur irgendeine “Geschichte” erzählen? Vielleicht seht Ihr auch, wenn Ihr euch umschaut, dass viele wegen Unwissenheit in die Situationen gerät, aus der sie nicht mehr alleine wieder rauskommen. Er ist selbst Vater von 6 Kindern! Wie fühlt Ihr euch, wenn man euch sagt, Ihr macht etwas falsch bei der Erziehung von euren Kindern?! Es geht um die Kinder Leute… Das heißt wir sollten alles dran setzen, dass die Kinder von heute die bestmögliche Erziehung und Lernmethoden genießen können.
    Und jedes kleine Kind würde jemanden mit so vielen Dr.-Titeln ausreden lassen und Ihn nicht auslachen. Denn wer lernen möchte, der hört zu was man Ihm sagt. Und wer nicht zuhört, der denkt er wüsste schon alles! Herr Spitzer möchte das Lehrer und Professoren -genau wie Ärzte auch- sich jedes Jahr fortbilden. Ist das eurer Meinung nach verkehrt? Man sollte erstmal überlegen, bevor man etwas sagt, denn: “Reden ist Silber, aber schweigen Gold!”

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    • Ronny

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      Hallo Barbaros72, wer sagt dann hier, dass der Herr lügt? Es geht schlicht darum, dass seine Weltansicht absolut nicht der Realität entspricht. Und nur weil der gut nen Doktortitel hat, heißt es doch nicht automatisch, dass er auch Recht hat. Fortbildung ist eine gute Sache und da bin ich voll bei dir – für Lehrer und Eltern gleichermaßen. Denn irgendwie lebt Herr Spitzer hinter dem Mond und jemand sollte ihm erklären, wie die Wirklichkeit aussieht. Reden ist Silber und schweigen ist Gold – auch hier gebe ich dir Recht. Aber das gilt für diesen Herren und Bezug auf SEINE digital Demenz!

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  • koka 4theTRUTH

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    Manfred Spitzer ist ein mehr als aufrichtiger Mensch.
    Wer “Digitale Demenz” von Herrn Spitzer noch nicht kennt,

    SOLLTE KEINE VOREINGENOMMENE MEINUNG BESITZEN,
    und sich selber von überzeugen und sich auf YT das mal reinziehen,
    die kompletten 3h aber.

    punkt aus.

    Ist ja furchtbar, hinterher ließt diese Seite hier noch jemand, und glaubt dem author auf anhieb… o_O

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    • Franz

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      Ganz ehrlich: 3 Stunden von diesem Schwachsinn hält doch keiner aus. Der Typ hat doch keine Ahnung und wenn er 5 Doktortitel und 20 Kinder hätte. Selbst wenn er aufrichtig ist… wen interessiert das hier?! Nachher glaubt man noch diesem Pseudo Medienexperten auf Anhieb … o_O

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