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Tagesschau-App steht vor Gericht

Written by mupaki.de. Posted in medienblog

Tagesschau-App steht vor Gericht Das die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten für seriöse Nachrichten und Berichterstattung stehen, ist hinlänglich bekannt. Dabei bedienten sie sich klassischer Weise den herkömmlichen Medien wie Radio und Fernsehen. Mit dem Zeitalter des Internets und dem daraus entstehenden Web 2.0 ergaben sich zunehmend neue Möglichkeiten für die ARD, ZDF & Co.

Bilder, Live-Streaming und Textnachrichten

Da war es folgerichtig nur der nächste Schritt, auf den Zug der mobilen Kommunikation mit aufzuspringen. Das Resultat daraus ist die Tagesschau-App. Diese kann man sich kostenlos herunterladen und steht für iPhone als auch Android-User bereit. Unter dem Motto “Nachrichten immer und überall” hat man auf seinem Smartphone dann eine ergiebige Quelle an gutrecherchierten Daten zur Hand. Neben vielen Bildern und Videos auf Live-Streaming Basis bietet diese App auch umfangreiche Texte zu verschiedenen Themen. Und genau deswegen, bahnt sich jetzt Ärger an.

Tagesschau-App: Verbot der Presseähnlichkeit

Seit gestern an wird über die Tagesschau-App vor dem Landgericht Köln verhandelt. Der Grund ist relativ einfach: es gibt ein offizielles Verbot “von nichtsendungsbezogenen presseähnlichen Angeboten”. In diesem Fall bedeutet es, plump gesagt, es ist zu viel Text vorhanden. Denn nur kurze Textpassage die sich auf konkrete Video- oder Audioberichte beziehen, dürfen von den öffentlich-rechtlichen Sendern online gestellt werden. Sind die Texte länger und haben sogar keinen Bezug zu Fernseh- oder Radiomeldungen, sind sie an dieser Stelle verboten.

Verlage haben Angst vor Einbußen

Klingt komisch, hat aber einen einfachen Grund: denn längere Text sind in Deutschland ausschließlich der Presse vorbehalten. Diese verdient nämlich mit selbigen ihr Geld und genau darum geht es den acht Verlagen. Sie bieten ihre Texte auf dem “mobilen Markt” kostenpflichtig an. Da die Tagesschau-App dies nach deren Ansicht genauso tut, aber kostenlos, sehen die Verleger darin eine Gefahr. Oder anders gesagt: sie befürchten, weniger oder gar kein Geld mehr zu verdienen. Zumindest Ihre Angst ist teilweise berechtigt: mit 2,4 Millionen Nutzern – Tendenz steigend – hat die Tagesschau-App eine ganz beachtliche Zahl an Abnehmern ihrer Informationen. Zumindest diese Nutzer werden wohl kaum Geld für ähnliche, teils gleiche, aber kostenpflichtige Angebote ausgeben. Es bleibt also spannend, wie das Landgericht entscheiden wird.

Medien-Tipp

Dieser kleine, informative Clip (Quelle: YouTube / Tagesschau.de 2011) bietet einen guten Überblick, über die Funktionen der Tagesschau-App.