Facebook-Sucht und Social Media Burn-Out

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Facebook-Sucht und Social Media Burn-Out Erschreckende News von der Universität Chicago und der Techniker Krankenkasse. Scheinbar sind wir alle gefährdet, facebooksüchtig zu werden oder ein Social Media Burn-Out zu erleiden. So zumindest behaupten Experten.

Was ist Sucht?

Zunächst fragen wir uns also, was eine Sucht überhaupt ist und was das mit Facebook oder anderen sozialen Netzwerken zu tun haben soll. Die WHO hat Sucht 1957 folgendermaßen definiert: Sucht ist “ein Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen Droge und gekennzeichnet durch 4 Kriterien:
  • Ein unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
  • eine Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung),
  • die psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
  • die Schädlichkeit für den einzelnen und/oder die Gesellschaft.”
So, also die Droge wäre in unserem Fall dann „Social Media“, also Facebook und Twitter etc. Laut der Studie der Uni Chicago sei unser Verlangen nach Social Media inzwischen weitaus höher und suchtgefährdender als das nach Alkohol, Sex oder anderen Drogen. Der Drang, eben mal Mails abzurufen oder den eigenen Status zu aktualisieren, sei vor allem durch die hohe Verfügbarkeit entstanden. Inzwischen haben fast alle, selbst die Jugendlichen ein internetfähiges Handy, das permanent online ist und der Bedürfnisbefriedigung dienen kann.

Studie mit Ergebnis: Facebook & Co. machen süchtig

Insgesamt haben 205 Probanden zwischen 18 und 85 Jahren aus dem Raum Würzburg teilgenommen und wurden eine Woche lang von dem Forscherteam hinsichtlich ihres Verlangens beobachtet. Sie wurden über einen Zeitraum von 14 Stunden sieben Mal gefragt, welches Verlangen sie innerhalb der letzten 30 Minuten verspürt haben. Die Antworten der insgesamt 10.558 waren eindeutig: 7.827 zeigten deutliches Verlangen nach Facebook, Twitter& Co. Aber damit nicht genug mit den Horromeldungen – angeblich hat Social Media nicht nur großes Suchtpotenzial, nein, wir sind sogar Burn-Out gefährdet.

Was ist Burn-Out?

Auf der Seite www.hilfe-bei-burnout.de fand sich u.a. folgende Definition: „Emener beschreibt Burnout als einen Zustand physischer oder seelischer Erschöpfung, der als Auswirkung langanhaltender negativer Gefühle entsteht, die sich in Arbeit und Selbstbild des Menschen entwickeln.“ Und weiter: „Die Hauptursachen für Burnout sind nach Arsons, Pines und Kaffrey zu hoch gesteckte Erwartungen und Ziele und lang andauernder Stress. Die Betroffenen setzen sich intensiv für andere ein und bekommen dafür wenig bis gar kein positives Feedback. Folglich definieren Arsons, Pines und Kaffreyden Burnout als eine körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung, welche durch emotionalen Stress verursacht wird.“ Was wir also daraus schließen können, ist, dass Burn-Out vor allem durch Stress hervorgerufen wird.

Social-Media-Burnout

Was hat das jetzt bitte mit Social Media zu tun? Ganz einfach, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter vermitteln eine regelrechte Informationsflut – tagaus, tagein. Das Ganze kann bei den Usern Stress verursachen und laut Aussagen der Experten der TK ein gesundheitsgefährdendes Ausmaß annehmen. Es gibt derzeit keine aktuelle Studie darüber, aber es seien wohl Anzeichen des Erschöpfungssyndroms durch die übermäßige Nutzung von Social Media erkennbar. Besonders gefährdet seien die „digital natives“, also unsere Jugend und kommende Generationen, die quasi in einer Onlinewelt aufwachsen. Für sie ist die Grenzziehung zwischen Privat- und Berufsleben kaum noch möglich. Ständig muss man online sein, erreichbar sein, um gar nichts zu verpassen. Das allein löst zwar kein Burn-Outsyndrom aus, aber in Kombination mit Zeitdruck, wenig Selbstbewusstsein und wenig Kontrolle über die eigene Arbeit scheint es sich hier um ein reines Pulverfass zu handeln.

Fazit zur Facebooksucht

Wir würden das Ganze gern etwas differenzierter betrachten als es derzeit in den Medien dargestellt wird. Sicherlich hat die ständige Onlinepräsenz starken Einfluss auf unser Leben, insbesondere das Privatleben, aber letzten Endes muss jeder selbst den A… in der Hose haben, sein Handy oder PC ausschalten und sich diesen Freiraum nehmen. Wer das nicht kann, hat vermutlich weitaus größere Probleme als sich ständig mit Social Media zu befassen. Man muss ja nicht gleich auf Medien verzichten, wenn es einem so schwer fällt..aber man kann beispielsweise ins Kino gehen oder einen DVD-Abend, man kann zur Abwechslung auch einfach raus an die frische Luft. Und wenn das allein passieren muss, weil Freunde und Familie gerade keine Zeit haben, können wir doch einfach mal wieder den iPod, den MP3-Player oder sonstige Musikplayer mitnehmen. Natürlich muss aber jeder selbst seinen Weg finden, um Social Media mit seinem Leben zu vereinen. Man kann sich auch einfache Regeln aufstellen – max. 3x pro Tag nach neuen Mails etc. schauen. Das heißt, morgens vor der Arbeit bzw. Schule, in der Mittagspause und am Abend. So verpasst man nichts, kann sein starkes über-alles-informiert-sein-Bedürfnis aber dennoch befriedigen. Es ist alles gar nicht so schwer, einfach mal nicht jammern, sondern handeln und sich etwas zusammenreißen. Früher hatten wir gar kein Social Media und sind mühelos durch den Alltag gekommen. Na klar, das waren andere Zeiten blabla, Fakt aber ist, dass es funktionierte und wir dennoch über Vieles Bescheid wussten. Und tratschen kann man auch in einem schönen Café oder einer Kneipe mit seinen Freunden in echt und in Farbe. Wir haben gehört, das soll Spaß machen. ;-)

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