JIM-Studie: Die Jugendliche im Internet

Viele Eltern fragen sich täglich, was ihre Kinder eigentlich im Internet machen. Einige Antworten dazu kann die aktuelle
JIM-Studie (November 2010) liefern. Seit mehr als 10 Jahren untersucht der
Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest das Verhalten Jugendlicher in Bezug auf Medien. JIM steht dabei für Jugend, Information und (Multi-) Media. Die Zielgruppe sind 12-19-Jährige, deren Konsumverhalten analysiert und anschließend ausgewertet wird.
JIM-Studie als PDF-Download
Da das Auswertungsverfahren sehr umfangreich und für unsere Zwecke gar zu komplex ist, möchten wir an dieser Stelle auf unseren Download-Bereich verweisen. Hier finden Sie die gesamte
Studie als PDF zur Verfügung gestellt. Innerhalb dieses Artikels werden in erster Linie allgemeine Ergebnisse dargestellt. Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Ergebnissen, aufgesplittet in Alter und Schulabschluss etc. finden Sie – wie bereits erwähnt – in der PDF-Datei.
Wie lange nutzt unsere Jugend das Internet?
Nach eigenen Angaben sind Jugendliche täglich (Montag bis Freitag) 138 Minuten im Internet. Damit wird die Online-Nutzung von knapp 2 ¼ Stunden nur eine Viertelstunde höher eingeschätzt als die tägliche Fernsehnutzung. Ist das zu viel werden sich jetzt viele fragen? Wir denken, das sollte je nach Alter eingestuft werden und zudem auch eine Unterscheidung getroffen werden, was im Internet gemacht wird. Hierzu später mehr. Zurück zur
Internetnutzung – bei Betrachtung der unterschiedlichen Altersstufen zeigt sich, dass die tägliche Dauer sich mit steigendem Alter erhöht. Während 12- bis 13-Jährige „nur“ 91 Minuten online sind, steigt dieser Wert bei 18- bis 19-Jährigen auf 172 Minuten täglich an.
Generation online – zu viel und zu oft?
Wenn man davon ausgeht, dass ein normaler Schüleralltag von 8 bis 15 Uhr dauert, bleibt in den Nachmittagsstunden nicht so viel Zeit für Hobbys und andere Freizeitaktivitäten. Wenn unsere Jugend dann noch circa 2 Stunden dieser knapp bemessenen Zeit täglich im Internet verbringt (und zusätzlich noch einmal das gleiche vorm Fernseher), wird ein deutlicher Bewegungsmangel deutlich. In der Schule sitzen sie bereits die überwiegende Zeit, es folgen dann noch Hausaufgaben und dann die
Online-Zeit. Alles in allem verbringen inzwischen bereits junge Menschen ihre überwiegende Zeit sitzend. Was wir tun können? Realistisch gesehen können wir an der Schulzeit nichts ändern (was auch gut ist) und auch gegen die Entwicklungen des 21.Jahrhunderts können wir wenig ausrichten. Einen Jugendlichen davon abzuhalten, sich mit Freunden online zu unterhalten oder sich wie Gleichaltrige auf dem Laufenden zu halten, kann nicht der richtige Weg sein. Was wir als Erwachsene, Erziehungsberechtigte und Interessierte tun können, ist die Jugend für die Natur und Bewegung zu begeistern. Das ist nicht unbedingt einfach, aber keine Unmöglichkeit. In erster Linie appellierenwir hierbei erneut an die Vorbildfunktion, aber auch das Interesse und die Bereitschaft der Freunde ist nicht außer Acht zu lassen. Wenn Jugendliche ein Hobby haben, das ihnen Spaß macht, verbringen sie damit ohnehin freiwillig viel Zeit und werden nicht die ganze Zeit online sein. Auch sollte nicht aus den Blick geraten, dass wir hier in erster Linie statistische Daten haben, die sich über eine relativ große Zielgruppe erstrecken. Das heißt, diese Zahlen treffen nicht auf alle
Jugendliche zu und nicht alles, was mit Medien zu tun hat, ist als schlecht oder negativ zu werten.
Tipp vom Medienratgeber
Lassen Sie Ihrem Kind gewisse Freiheiten, sich auszuprobieren und auch das
Internet kennen zu lernen. Achten Sie aber darauf, dass das Kind auch anderen Interessen nachgeht.