Sharing? Was ist das eigentlich?

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Sharing Economy Mit dem Begriff der sozialen Netzwerke ist ein englischer Begriff in unserer Sprache etabliert worden, der dieser Tage so häufig benutzt wird, wie kein zweiter: Sharing – zu  Deutsch “Teilen”. Das Wort “share” ist mittlerweile nicht nur in Fachkreisen eingedeutscht worden. Auch viele Facebook-User reden davon und leben das Prinzip in ihrer digitalen Welt jeden Tag aus.

Sharing gleich übersteigertes Mitteilungsbedürfnis?

Wer bei Facebook angemeldet ist und viele Freunde dort gesammelt hat, kennt das Problem: man wird überflutet mit Infos seiner Netzkontakte. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute und teilweise im Sekundentakt prasseln Status-Updates auf den Nutzer ein. Genau hier beginnt im Prinzip schon das “Sharing”. Man teilt Informationen aus seinem Leben mit anderen Personen. Ob und wie sinnvoll das Ganze ist, wollen wir hier nicht weiter bewerten. Tatsache aber ist, dass Menschen soziale Lebewesen sind, die ein starkes Mitteilungsbedürfnis haben. Treffen wir auf der Straße einen Freund, dann werden auch hier Infos ausgetauscht. Jedoch mit dem Unterschied, dass wir das nur in dieser einen, kurzen Situation tun – und vor allem in der Regel privat. Auf Facebook muss uns der Freund nicht gegenüberstehen. Er muss noch nicht einmal online sein. Er muss auch nicht zuhören. Und trotzdem kann ich erzählen, was in meinem Leben gerade so passiert. Es kommt teilweise einem digitalen Selbstgespräch gleich, nur mit dem Unterschied, dass meine Facebook-Freunde mir bei Bedarf zuhören können. Im Prinzip ist Facebook nur ein Kanal, um sein Mitteilungsbedürfnis zu befriedigen. Soziale Netzwerke haben dieses Grundbedürfnis nicht neuerfunden oder geschaffen. Sie bieten nur eine Möglichkeit, auf sehr einfache und schnelle Weise sich mitzuteilen.

Sharing mit praktischem Nutzen

Hat man früher eine Bohrmaschine gebraucht, hat man in seinem Bekannten- oder Freundeskreis danach gefragt. Heute gibt es die “Sharing Economy“. Denn über das Netz lassen sich nicht nur Informationen tauschen, sondern eben auch reale Gegenstände und Dienstleistungen. In vielen Großstädten gibt es in Anfängen bereits das Car Sharing, bei dem man sich aus einem Fuhrpark gegen eine geringe Gebühr ein Auto mit anderen teilen kann. Auch im Wohnungsmarkt blüht dieser soziale Dienst immer stärker auf. Brauche ich eine Schlafmöglichkeit, beispielsweise in München, kann ich mitterlweile eine App auf meinem Smartphone dafür nutzen, mich kostenlos bei anderen Menschen einzumieten. Man teilt praktisch mit anderen Leuten sein Hab und Gut. Das ist zwar prinzipiell auch hier keine Neuerfindung des Rades, aber es bietet auch Chancen, die vorher nicht da waren. Gerade beim Teilen von Schlafmöglichkeiten mit fremden Menschen können daraus auch im realen Leben echte Freundschaften entstehen. Menschen, die sich vorher vielleicht nie getroffen hätten, lernen sich auf diese Weise kennen.

Ist Social Sharing gut oder schlecht?

Weder noch. Es bietet Möglichkeiten, die eigentlich vorher auch schon da waren. Mit Zeitalter der sozialen Netzwerke ist es schlichtweg einfacher, Dinge mit anderen Menschen zu teilen. Eigentlich ist es nur eine konsequente Nutzung des Social Media. Aber nicht überall wohl Social drauf steht, ist auch sozial drin. Wer nur digitale Freunde auf Facebook sammelt und im Minutentakt aus seinem Alltag berichtet, der hat das Prinzip von Social Sharing nicht wirklich verstanden. Manchmal hilft es auch, den Rechner auszuschalten, das Smartphone in der Tasche zu lassen und sich mit echten Menschen zu treffen. Du brauchst eine Bohrmaschine? Fein, dann frag doch mal deinen Nachbaren. Es gibt auch echte Menschen da draußen, die man auch ohne App und Facebook erreichen kann.

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