3D Karten von Microsoft mit Streetside

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Microsoft startet Kartendienst Streetside Vor circa einem Jahr veröffentlichte Google unter dem Namen “Streetview” ein dreidimensionales Kartensystem, mit dem der Internetnutzer virtuell durch die Straßen navigieren konnte. So innovativ dies auch war, so sehr stieß es aber auch auf die Gegenwehr der Menschen, die um Ihre Privatsphäre bangten. Besonders hier in Deutschland liefen die Bürger Sturm gegen Googles Streetview und ließen reihenweise und zuhauf Ihre Wohnungen und Häuser verpixeln.

Microsoft startet Streetside

In der Zusammenarbeit mit dem Kartenherstellers Navteq stellte Microsoft vor wenigen Tagen sein eigenes Projekt vor, mit dem man virtuell und in 3D durch die Städte spazieren kann. Mit “Streetside” versucht es nun auch Microsoft in Kombination seiner Suchmaschine Bing und dem Plugin Silverlight die Menschen vom dreidimensionalen Navigieren zu überzeugen. Das Prinzip ist dabei exakt das gleiche wie bei Streetview: mittels bestehendem Kartenmaterial werden spezielle Kamerawagen losgeschickt, welche die Umgebung filmen und in ein 3D-Kartenmaterial umwandeln. Dabei nehmen sie alles und jeden auf, der zu diesem Zeitpunkt gerade in der Nähe und Reichweite der Objektive ist.

Kaum Kritik an Streetside

Nach der riesigen Protestwelle gegen Streetview gibt es bei Microsofts Pendant kaum Gegenwehr.  In dem kurzen Zeitfenster von nur wenigen Wochen, das Google den Menschen zur Verfügung gestellt hatte, ließen über 240.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verpixeln. Bei Streetside waren es gerade einmal circa 18.000 Nutzer, die einen Antrag auf Verfremdung gestellt haben. Warum ist das so? Dafür gibt es mehrere Gründe, wie der Radiosender Einslive berichtet: einerseits hat sich Microsoft einen günstigen Zeitpunkt ausgesucht, um sein Projekt zu starten. Über Weihnachten sind die Bürger nicht so sehr in Proteststimmung und meist mit anderen Dingen beschäftigt. Zudem wurde erst einmal taktisch abgewartet, bis sich die Aufruhr um Streetview gelegt hatte. Zudem führt Microsoft Streetside scheibchenweise ein. Google hat es mit dem großen Knall versucht und möglichst viele Städte auf einen Schlag gefilmt. Microsoft hat aus dem Fehler seines Konkurrenten gelernt und macht es deutlich behäbiger mit erst wenigen Städten.

Parallelen zu sozialen Netzwerken

Als Facebook in Deutschland noch nicht wirklich bekannt war, hatte das soziale Netzwerk StudiVZ oder MeinVZ noch die Oberhand. Als die VZ-Netzwerke vor einigen Jahre einmal den Versuch gestartet haben, die Privatsphäre ein wenig zu lockern, gab es endlose Proteststürme dagegen. Dann kam Facebook und keiner machte sich Sorgen. Privatsphäre und Datenschutz ist gar ein Fremdwort bei Facebook und dennoch läuft keiner dagegen Sturm. Genauso verhält es sich mit den beiden Kartendiensten Streetview und Streetside. Setze den Menschen etwas Neues vor die Nase und sie sind erst einmal skeptisch. Setze ihnen wenig später etwas ähnliches vor die Nase, dann nehmen sie es fast gelangweilt hin. Genau dieses Prinzip macht sich auch der Staat mit dem Überwachungsprojekt INDECT zu Nutze. Vor einigen Jahren kam der große Lauschangriff, wo alle protestierten. Heute beim Überwachungsprojekt INDECT scheint es keinen mehr zu stören. Die Menschen sind aufgrund der medialen Vielfalt der heutigen Welt schlichtweg übersättigt und werden des Protestes müde.

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