Jugendschutz im Internet noch immer unsicher

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Jugendschutz im Internet noch immer unsicher Seit vielen Jahren ist klar, dass das Internet nicht nur seine Vorteile hat, sondern auch den einen oder anderen Nachteil mit sich bringt. Das Thema Jugendschutz war dabei immer ein ganz besonderer Schwerpunkt. Vor einiger Zeit sind nun Filterprogramme entwickelt worden, die sich diesem Thema gewidmet haben und sogar von der Medienaufsicht anerkannt wurden. Sicheres Surfen für Kids & Teens? Fehlanzeige.

Neue Filtersoftware wiegt Nutzer in falscher Sicherheit

Wer nun (eigentlich berechtigt) denkt bzw. hofft, ein effektives Programm zum Schutz des Nachwuchses sei gefunden, dem muss klar eine Absage erteilt werden. Diese Jugendschutzprogramme, die Eltern einfach downloaden, installieren und an das Alter ihrer Kinder anpassen sollen, wurden zwar über einen langen Zeitraum entwickelt, doch das garantiert keine Sicherheit. Noch immer weisen sie große Lücken auf, die nicht nur für die Kinder nach wie vor gefährlich sind, sondern eigentlich noch Schlimmeres verursachen: nämlich die Eltern in falscher Sicherheit wiegen.

Kritik: iPhone, Smartphone und Co. bleiben ungeschützt

Kritik wird vor allem in zwei Bereichen geübt: zum einen wird die einfache Umgehbarkeit der Filtersoftware beispielsweise bei Windows-Rechnern kritisiert. Kinder und Jugendliche seien heutzutage sehr fit am Rechner und könnten die Filter problemlos ausschalten bzw. umgehen. Zum anderen wurde scheinbar kein Gedanke daran verschwendet, dass viele Handys internetfähig sind und die Nutzer von Smartphones und Co. immer jünger werden. Demnach könnten sie im Idealfall zwar beim heimischen PC geschützt werden, nicht aber bei der Nutzung des Handys oder ähnlichen Endgeräten. Wer sich also einmal umsieht, wenn er tagsüber unterwegs ist, stellt schnell fest: das war ein Satz mit x. Wieso? Ganz einfach, weil so ziemlich jeder 10- bis 12-Jähriger (und älter) ein Smartphone, iPhone oder sonstiges internetfähiges Gerät bei sich trägt und intensiv nutzt.

Erotikbranche als Gewinner einer Filtersoftware zum Jugendschutz

Klingt skurril, ist aber wahr. Denn eine Software ist JusProg und wurde zu einem Großteil von Anbietern aus der Erotikbranche mit entwickelt. Es wäre natürlich schön, wenn denen auch daran läge, die Jugend vor unpassenden Erotikinhalten zu bewahren, doch mit Einführung der Filtersoftware ist das Gegenteil der Fall. Das liegt vor allem daran, dass Erotikseiten ihre ab-16-Jahre-Inhalte nun nicht mehr nur zwischen 22 und 6 Uhr zeigen dürfen, sondern rund um die Uhr – es gibt ja schließlich Software zum Jugendschutz, die unpassenden Zugriff verhindert. Blöd nur, dass die Jugend den Filter umgehen und damit erst recht Zugriff auf diese Inhalte hat. Dahinter steckt eigentlich nur das Hin- und Herschieben von Verantwortung. Die Regierung weiß, dass die Lösung nicht optimal ist, aber ein Anfang ist besser als gar nichts. Die Erotikbranche ist nun ebenfalls nicht mehr für die Regulierung zuständig, denn das wurde ja nun den Eltern zugeschoben. Ganz toll! Wen wollen wir hier eigentlich schützen? Die Kinder und Jugendlichen oder doch lieber die Medien und Lobbyisten?

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