Facebook Gesichtserkennung – die größte biometrische Datenbank der Welt

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Facebook Gesichtserkennung - die größte biometrische Datenbank der Welt Wer schon einmal den Film „Minority Report“ gesehen hat, kennt sicherlich auch die Szene, in dem der Hauptakteur (Tom Cruise) durch eine Einkaufsmeile läuft und überall interaktive Medien auf sein Gesicht reagieren und sofort personalisierte Werbung anzeigen. Natürlich ist das nur ein Film und natürlich ist das so in der Realität nicht möglich. Ganz sicher?

Die gute, alte Facebook-Manier

Mit dem neuesten Streich von Facebook knüpfen deren Macher genau an dieses Prinzip an. Vor einigen Wochen integrierte das Netzwerk auch auf seiner deutschen Plattform eine Software zur Gesichtserkennung. Und so funktioniert es: ist man selbst auf einem hochgeladenen Bild bei Facebook markiert und ein User meiner Freundesliste lädt ein neues Foto hoch, so wird dieses praktisch in Echtzeit analysiert. Sobald der Facebook-Algorithmus „glaubt“ jemanden auf dem Foto erkannt zu haben, wird der potentielle Kandidat nicht nur demjenigen anzeigt, der das Foto hochgeladen hat. Mit Nichten! Ganz in guter, alter Facebook-Manier wird das Foto natürlich gleich neu verlinkt und zwar mit dem Profil, bei dem Facebook glaubt, das Gesicht erkannt zu haben. Und noch eins verwundert erfahrene Facebook-User wohl kaum: diese Funktion muss nicht erst freigeschaltet werden. Denn die Netzwerkbetreiber haben entschieden, dass dieses Feature so toll ist, das sie es gleich automatisch aktiviert haben. Wie schon so oft, muss dies erst manuell wieder deaktiviert werden.

Gesichtserkennung auf Facebook ausschalten – aber wie?

Wer jetzt erschrocken aufspringt um panisch nach der Deaktivierungsfunktion zu suchen, kann sich wieder beruhigt setzen. Hier können Sie die Erkennung ausschalten. Mit einem Klick auf „Funktionsweise von Markierungen“ und dann auf „Markierungsvorschläge“ lässt sich die Gesichtserkennung auf Facebook deaktivieren.

Datenschützer warnen

Auch drei Monate nach der Einführung dieses Features verstummen die Bedenken der Datenschützer keineswegs. So fordert beispielsweise der hamburgische Datenschutzbeauftragte, Johannes Casper, die Löschung der erhobenen Daten. Warum? Ganz einfach: für die Speicherung dieser biometrischer Angaben ist eine unmissverständliche Einwilligung der Nutzer erforderlich. So verlangt es eigentlich das Gesetz. Aber auch hier greift irgendwie wieder das Phänomen Facebook: es geht klein lauter Aufschrei durchs Volk. Höchstens ein dumpfes Murmeln. Wie kann es sein, dass die Bevölkerung Sturm gegen eine polizeilich, also staatlich, angelegte Überwachungsaktion von Handy-Nutzern anordnet um Straftäter ausfindig zu machen und beim „blauen Riesen“ passiert nichts. Hier agiert ein internationaler und kommerzieller Konzern und legt gerade die wohl weltweit größte, biometrische Datenbank an. Und das Volk? Es murmelt leise und macht irgendwie weiter, wie zuvor. Aber wundern Sie sich bitte nicht, wenn es beim nächsten Shopping-Bummel plötzlich aus der einen Ecke von einer elektronischen Stimme heißt: „Hallo Herr Schmitt, wie wäre es mit einer neuen Brille?“ und aus einer anderen Ecke: „Gut, dass Sie da sind, Herr Schmitt. Heute ist Ihre Lieblingspizza im Angebot!“

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