Digitaler Selbstmord – das Ende des virtuellen Ichs?

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Digitaler Selbstmord – das Ende des virtuellen Ichs „Hey Leute, ich wollte mich nur verabschieden. Ich habe keinen Bock mehr auf soziale Netzwerke und melde mich ab sofort hier ab. Meine Telefonnummer ist aber noch die gleiche. Die Adresse auch. Also machts gut!“ Solche oder ähnliche Nachrichten hat der eine oder andere sicherlich schon innerhalb seines sozialen Netzwerks von Freunden erhalten. Während eine nur Netzwerk-Surfing betreiben, also von einem zum anderen sozialen Netzwerk wechseln, entschließen sich andere, dem Wahnsinn ganz zu widersagen und ziehen sich komplett zurück. Angefangen – so wird gemunkelt – hat der „digitale Selbstmord“ im Frühjahr 2008 nach Veröffentlichung eines Artikels der Journalistin Frauke Lüpke-Narberhaus. Sie hat darin von ihrem Ausstieg aus den sozialen Netzwerken berichtet. Seither melden sich zwar nach wie vor noch immer Tausende wieder an, aber es gibt auch eine beträchtliche Masse, die Lüpke-Narberhaus folgen und sich wieder dem realen Leben widmen. Es gibt sogar eine Website (ausgestiegen.com) auf der die „virtuellen Selbstmörder“ ihre Entscheidung begründen.

Soziale Netzwerke fressen Zeit

Es scheint, als würden einige realisieren wie zeitraubend es ist, tagein tagaus sein Profil zu aktualisieren, Nachrichten auf allen sozialen Netzwerken nebst E-Mails abzurufen, zu beantworten, zu chatten und dann auch noch dem realen Leben folgen zu können. Wieder andere haben eventuell auch endlich verstanden, dass nicht alle Netzwerke so nett sind und die Daten für sich behalten, die wir ihnen vor Jahren absolut freiwillig weitergegeben haben – frei nach dem Motto: guckt mal, was ich alles habe und mache und wen ich kenne. Tja, vielleicht hatte es bei einigen böse Folgen. Man weiß es nicht. Ist eigentlich auch egal. Viel wichtiger ist, dass diejenigen, die sich abgemeldet haben, sich wieder auf ihr reales Leben konzentrieren wollen.

Unser virtuelles, zweites Ich

Überlegt mal, heutzutage muss man schon „real“ davor setzen, damit jeder weiß von welchem Leben wir sprechen. Verrückte Welt. Man sollte doch meinen, dass das was wir alltäglich tun und lassen unserem Leben entspricht. Oder etwa nicht? Haben wir alle ein komplett zweites Ich – unser virtuelles Ich? Wenn ja, na dann haben soziale Netzwerke ohnehin versagt. Denn schließlich bestand ihr ursprünglicher Sinn (also der öffentliche, das mit den Daten und der personalisierten Werbung ignorieren wir mal kurz) darin, uns mit all jenen zu verbinden, die wir aus den Augen verloren haben oder wegen unseres prall gefüllten Terminkalenders nicht so oft sehen und kontaktieren können oder oderoder. Es war aber nie die Rede von der Erschaffung einer virtuellen Realität. Passiert uns aber trotzdem ganz leicht, weil es so verdammt einfach ist, sich im Netz (zumindest teilweise und mehr eingebildet als wahr) nahezu unsichtbar zu bewegen, der zu sein, der man im „realen“ Leben immer sein wollte, aber nie konnte. Aber was machen wir denn nun eigentlich wieder mit unserer vielen freien Zeit, wenn wir nicht mehr morgens zwischen Zahnbürste und Kaffeebecher bei Facebook vorbeischauen, mittags mal kurz bei StudiVZeine Nachricht versenden und abends auch nicht mehr nachschauen, was es für spannende neue Tweets von den Stars und Nachbarn gibt? Für alle, die sich mit ihrem Leben nicht mehr so ganz auskennen, hier einige Tipps: -    Kino oder alternativ einen Film ausleihen – Filmeabend mit der Clique oder dem Freund kann viel Spaß machen -    Tanzen gehen -    Raus an die Luft (eigentlich gehört das an erste Stelle) – warm eingepackt und raus geht’s, die Kinder werden es danken, wenn sie sich frei bewegen können -    Gesellschaftsspiele, Basteln mit den Kleinen, Kaffeeklatsch… Das war nur mal kurz eine Anregung. Ich wette aufräumen könnte auch der einen oder anderen Wohnung nicht schaden. Netzwerke entrümpeln bzw. abschaffen, warum nicht auch gleich die Wohnung ausrümpeln, Platz für Neues schaffen, den Kopf frei machen und endlich wieder durchatmen können. P.S. Ist das dann Third Life – Back to the rules?!

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