China zensiert die sozialen Netzwerke

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banner-netzwerk-ueberwachung Der westlich Hunger auf soziale Netzwerke wie Facebook, Google plus oder XING ist groß und der Hype scheint noch immer endlos zu wachsen. Viele sitzen gespannt vor Ihren Rechnern und warten sehnlich darauf, bis Google seinen Dienst endlich für alle zugänglich macht. Aber nicht nur Privatperson oder Unternehmen nutzen diese Netzwerke für Ihre Zwecke, auch deutsche Politiker twittern was das Zeug hält.

Chinas Regierung manipuliert das Netz

Aber was bei uns so selbstverständlich genutzt wird, ist kommunistischen Ländern, allen voran China, ein Dorn im Auge. Noch ist Google plus gar nicht offiziell gestartet, da wird es in China inoffiziell schon verboten. Auf vielen Rechner war der Netzwerkdienst erst gar nicht erreichbar. In Hongkong berichtet der Spiegel aus seinem dortigen Büro, dass die Redakteure Google plus zwar aufrufen konnten, jedoch nur im Schneckentempo. Da liegt der Verdacht nahe, dass hier von staatliche Seite manipuliert wird.

Zensur für 500 Millionen Internetnutzer

Was dort für die zivile Bevölkerung gilt, wurde für das Militär jetzt verschärft. Soldaten dürfen ab Juni diesen Jahres in China keine sozialen Netzwerke mehr nutzen. Nun könnte man denken, dass das nur einen kleinen Teil der Bevölkerung trifft. Stimmt auch – wenigstens prozentual gesehen. Absolut sind es immerhin circa 2,3 Millionen Menschen, denen Facebook & Co. untersagt werden. Die chinesische Regierung begründet diese Entscheidung damit, dass über soziale Netzwerke bewusst oder unbewusst militärische Geheimnisse verraten werden könnten. So wäre es möglich, das der Feind (Wer eigentlich? Die USA? Frankreich? Deutschland?) an sensible Informationen über Militärbasen, Trainingseinheiten oder Rüstungsprogramme kommen könnte. Das klingt erst einmal absurd. Fairerweise muss man jedoch einräumen, dass dies auf ähnliche Art bereits passiert ist – Stichwort “Wikileaks”. Und für einen diktatorischen Staat wie China ist es da fast schon selbstverständlich, die sozialen Netzwerke zu zensieren. So wird beispielsweise seit 2009 Twitter und Facebook für eine halbe Milliarde Menschen überwacht und notfalls “beschnitten”.

England zieht mit und will soziale Netzwerke einschränken

Aber China steht mit dieser Haltung nicht länger allein da. Großbritannien hat als erstes, westeuropäisches Land angekündigt, die sozialen Dienste stärker zu überwachen und nimmt die Randale in England als Vorwand dafür. “Wenn Menschen soziale Netzwerke für Gewalt nutzen, müssen wir sie stoppen”, so der englische Premierminister David Cameron. Aber auch in Deutschland keimt ein staatliches Kontrollverhalten auf. So hörte die Polizei in Dresden in diesem Juli über 40000 private und geschäftliche Handys ab, um mögliche Straftäter ausfindig zu machen. Vielleicht nur ein erster Schritt vom Ende der sozialen Netzwerk-Freiheit?

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